Bewegung und Illusionen

      Subud                                             Latihan Kejiwaan
Unser Leben ist ein Prozess und besteht ursprünglich aus Bewegung ohne Anfang oder Ende, was mich dabei anspricht, dass  wir dabei über ein Bekanntes, über uns Selbst hinaus gelangen können.

Eigentlich hatte ich hier die Absicht,  das - LatihanKejiwaan von Subud - näher zu beschreiben, musste aber erleben, dass es mir trotz Mühe nicht gelingen wollte, - schon deshalb nicht -, weil ich bei meinen Versuchen es darzustellen auf gerade absurde Widersprüchlichkeiten stieß.

Grundsätzlich ist mir allerdings klar, das dass LatihanKejiwaan für mich eine Übung, - eine Form von Meditationspraktik ist -, die  mir in ihrer Art am geeignetsten erscheint  und meines Erachtens hervorragend in unser - in unsere Zeit - in das gerade entstehende,  - quantenphysikalisches- Weltverständnis passt.

Anfänglich werde ich nun erst einmal schildern auf welchem Wege ich zum Latihan Kejiwaan gefunden habe - und folgend dann -, wie ich persönlich das Latihan verstehe - und besonders; was ich für geeignet und auch was ich für weniger geeignet halte, der geheimnisvollen Energie unseres Daseins, im Latihan Kejiwaan zu begegnen.
Dabei werde ich mich in erster Linie damit beschäftigen, wie und was ich selbst dazu beitragen kann, mit dem Latihan Kejiwaan in Begegnung zu gehen.

Gelesen habe ich in meinem Leben nicht besonders viel, letztlich immer nur solches, womit ich auch selber weiter forschen konnte. Zugegeben, auch das Taschenbuch „Ekstase“, in dem 2 sehr unterschiedliche Menschen,  eine Schöne von der Heilsarmee und ein Zuhälter sich verlieben.  
Es ist eine Liebesgeschichte, die so wunderbar die Widersprüchlichkeit des Lebens zeigt; das Abenteuer einer grenzüberschreitenden Liebe, und die unvermeidlichen Probleme die so ein Abenteuer mit sich bringt, faszinierten mich.

Letztlich las ich, in meinen jungen Jahren, eher die griechischen Philosophen Sokrates und Platon, und mogelte mich an allzu großen Abenteuern und Exzessen des Lebens vorbei. Mein Bewusstsein mit Drogen  zu erweitern war mir nicht unsympathisch,   war allerdings überhaupt nicht  mein Ding.

Mit 33 Jahren habe ich einmal Geheiratet. Eine abenteuerliche 17 Jährige Petra. Diese Ehe löste sich aber schon nach 2 Jahren auf, und dabei machte ich die Erfahrung, wie wertvoll ein Entzug von Leidenschaft und Abhängigkeit sein kann, und sich dadurch neue Erfahrungsräume eröffnen, neue Sichtweisen möglich werden.
 

Später interessierten mich dann mehr und mehr die Lehren des Ostens, und in denen ging es vorrangig darum, Illusionen aufzulösen, anstatt weltliche Traumwelten  zu  kultivieren.

Auch das astroenergetische (Planeten) Zusammenspiel künstlerisch darzustellen, die Struktur des zeitlich psychologischen Zusammenspiels zu erforschen fand ich zunehmend spannend und interessant.
Bei dieser künstlerischen Beschäftigung mit „Zeit“ wurde mir klar, der Zeit bindende Faktor in jeder Erscheinungsform  ist die  Perspektive, die Perspektive eines Bewusstseins, mit der zeitliche Erscheinungen formuliert werden, ermöglich werden. 

Fasziniert war ich dann besonders von George Gurdjieff, einem kaukasischen Mystiker,  der eine Form von Tanzen lehrte, in dem es darum ging zwei unterschiedliche, oftmals widersprüchliche Bewegungsimpulse, gleichzeitig auszuführen.
Gurdjieff verstehe ich als Vorboten unseres geraden entstehenden Quantenbewusstseins.
 Dieser Gurdjeff begegnete mir im Laufe meines Lebens immer mal wieder. Er begegnete mir in skurrilen Formen und Ereignissen, die sich letztlich überhaupt nicht mehr so recht in ein lineares Zeitverständnis einordnen ließen,  von Durchbruch und Paradoxie begleitet wurden, und nicht mehr so recht in die Begrenzung eines lineares Zeitverständnises einzuordnen waren.

Ich würde mich nicht wundern wenn G.Gurdjieff eine Möglichkeit und Fähigkeit realisiert hätte, mit der er aus dem Ganzen des Daseins - aus eines raumzeitlichen Bewusstseins heraus -, Gurdjieff sich immer mal wieder zu Erscheinungen  realisieren könne.

So geschah es bei einer Vorstellung von Philippinischen Heilern, die nur mit ihren Händen kranke Organe aus den Leuten heraus operierten, dass G. Gurdjieff mit einen sehr seltsam auffälligen Mantel, Gockel-ähnlich, wichtig-tuend, dort durch den Raum spazierte.

Ein anderes Mal wollte ich in einer Buchhandlung ein Buch über Gurdjieff kaufen, und als die dortige Buchverkäuferin mir gerade sagte: “Nein, das Buch über Gurdjieff - Beelzebubs Erzählungen für seinen Enkel - wäre ihr nicht bekannt”, da fiel ihr just in diesem Moment das bewusste Buch auf den Kopf.

--Diese Situation war grotesk. Allerdings hatte ich den Eindruck, dass sie selbst die Situation gar nicht so erlebte wie ich. Sie wirkte in der Situation,  für mich,  für einen Augenblick irgendwie ein wenig erstaunt,  hatte das Buch aus dem Regal dann aber plötzlich doch einfach in ihrer Hand.
Ich sah:  Sie selbst hatte das Skurrile der Situation scheinbar gar nicht so erlebt wie ich
.


In mir stellte sich die Frage:
Ist unsere Vorstellung, von einer sich linear weiter entwickelnden (heliozentrische) Zeit eventuell nur eine Idee die unsere  Möglichkeiten viel zu sehr begrenzt?

Sind wir selbst eventuell Jene, die die unendlichen Möglichkeiten des Bewusstseins, mit der von uns eingenommenen Perspektive unseres Bewusstseins, - wir uns selbst im Erleben der Welt formulierend begrenzen?

Ein anderes ähnlich aufschlussreiches Ereignis, was ich in dieser Zeit erlebte, sah ich in einer Japanischen Ulk-Sendung, die hier im deutschen Fernsehen, aus dem japanische Fernsehen übernommen lief.
 In dieser Sendung wurden Japaner und Japanerinnen in einer geradezu kriminellen Art und Weise erschreckt.

 In den Reaktionen, die diesem abenteuerlich erschreckten japanischen Menschen geschah dort etwas Erstaunliches. 
So sah ich wie ein erschreckter älterer Japaner, nachdem er in einer total brutalen Art attackiert worden war, noch einige Meter , ohne eine Reaktion auf das Ereignis weiter ging,  nach einigen Metern dann aber doch  plötzlich rot anschwoll und total wütend,  der brutalen Attacke entsprechend  total aggressiv wurde, , förmlich explodierte.
 Ich schätze die  Atacke war so Brutal, dass sie sich ausserhalb seines ihm zugänglichen Wahrnehmungsbereiches seines normalen Lebens ereignet hatte.  Das Ereignis hatte offensichtlich eine schizophrene Reaktion produziert, hatte sich bei ihm in zwei Ebenen ereignet.

 Dagegen beobachtete ich bei einer japanischen Frau, die in gleicher Weise so brutal attackiert wurde etwas völlig anderes. Diese Frau reagierte auf die brutale Attacke mit einer sich spontan - gleichzeitig - ereigneten unspektakulären Bewegung  - und nach ein paar Schritten sah ich bei ihr ein erstauntes Gesicht, ein  aufleuchten in ihrem Gesicht. Sie schien sich zu fragen - „da war doch Was“ - aber offensichtlich konnte sie sich an das Ereignis - an die Unmittelbarkeit ihrer Reaktion - selbst - gar nicht so recht erinnern.
Es hatte sich, wie ich sehen konnte, in einem anderen Bereich ihres Lebens ereignet, und da sie vor-gedanklich, unmittelbar auf das Ereignis reagiert hatte, hatte es sich in ihrer normalen Wahrnehmung gar nicht abgebildet.
 
Der Grund für so ein ungewöhnliches Verhalten  lag sicherlich auch in der Art der Attacke, in der ihr normaler Lebensbereich brutal durchbrochen wurde,  die Begegnung hatte sich offensichtlich in einen anderen, ihr nicht bewusst zugänglichen (vorzeitlichen) Lebensraum ereignet.

Für mich ergab sich aus diesen Beobachtungen: Es gibt Aktionen und Prozesse in unserem Leben, die uns normalerweise nicht zugänglichen sind, zu verschiedenen Lebensräumen gehören.  Diese Ereignisse existieren warscheinlich als  Realität aus einer vorgeburtlichen Wirklichkeit -  heraus.

 Verbirgt sich hinter dieser Beobachtung eventuell ein elementares,  ein Geheimnis unseres zeitlichen Daseins.
 Eventuell existiert das Unbekannte als eine vorzeitliche, freie Qualität, als eine von zeitlicher Gewohnheit noch freien Wirklichkeit unseres Bewusstseins, (als Licht und unformulierter Zeit) und ist als Erscheinung - noch nicht formuliert - zeitlich noch nicht realisiert - und ist
 eine Begegnungs-perspektive, die im Prozess des Lebens, im Raum der Zeit,  sich vor dem zeitlichen Anfang ereignet, letztlich im Prozess eines vorzeitlichen Daseins geschieht.
Eventuell ist so ein Ereignis -  mit einer vorgeburtliche Begegnung -,  im Bereich einer vorgeburtlichen Raumzeit , zu vergleichen.

Bei alldem komme ich noch mal zurück, zu dem was ich bei G. Gurdjieff las.
Er hatte schon frühzeitig berichtete, dass in Indonesien eine neue Art von Meditations-Praktik entstehen würde. Dieses las ich in einem Buch,–„Auf der Suche nach dem Wunderbaren“  welches P.D. Ouspensky, ein Schüler von G. Gurdjieff, über Gurdjieff geschrieben hatte.

Aus diesem Buch erfuhr ich das erste Mal  etwas über das LatihanKejiwaan.

Später als ich von einer Reise aus dem Orient zurück, meinen Unterhalt als Verkäufer  in einem Fotogeschäft verdiente, hatte ich dort einen jungen Kunden, der alles sehr genau wissen wollte.
Wenn dieser auftauchte verdrückten die anderen Verkäufer sich, und er landete dann meist bei mir. Ich fand das eigentlich ganz prima. Irgendwann hatte dieser Michael für seinen Vater einen Filmprojektor gekauft. Diesen Projektor brachte sein Vater aber nach ein paar Tagen selber wieder zurück. Er sagte zu mir, der Projektor wäre ihm zu laut. Irgendetwas war an der Begegnung mit Ihm aber anders. Ich fühlte es ging hierbei nicht nur um den Projektor.

Dieser Mann berührte  mich irgendwie, und ich merkt mir seinen Namen, denn ich hatte das Gefühl er wäre jemand, der, würde ich einmal Probleme haben, die ich selbst nicht lösen könne;  er dann ein Ansprechpartner meines Vertrauens wäre. Als mein Freund Hellmuth Costard so ein Problem hatte, erinnerte ich mich an ihn, und ich sah im Telefonbuch nach, und suchte nach dem Nahmen Teichmann, so wie der Sohn hieß. Er war als darin als Dr.med. für Naturheilerfahren verzeichnet.

 Später als ich ihn dann selber um Hilfe bat, erlebte ich wie Dr. Alfred  Teichmann mir ganz Erstaunliches vermittelte -  und ich begriff -, dass ich ihm damals im Fotogeschäft begegnete war, war nicht nur Zufall.

 Sicherlich war er es, der mir dabei behilflich sein wollte, mich über ein zeitgebundenes Weltverständnis hinaus, neu und erweitert zu erleben.
Es waren außerordentlichen Erfahrungen, welche ich mit seiner Hilfe erlebte.
Er hatte offensichtlich die Fähigkeit in eine tiefere Struktur unserer zeitlichen Welt schauen zu können, zeitliche Begrenzungen, wie sie sich im Lebenslauf eines Menschen abbilden zu erkennen.

Offensichtlich konnte er in die Architektur der Menschen-Seelen sehen. Manchmal sagte er:   So erinnere ich mich an einen Satz von Ihm :„Wenn Heilung gelingt, so kommt es wunderbarer als man es sich vordem vorgestellt hatte.“

Das gleicht dem, wie ich das  LatihanKejiwaan verstehe, mit dem ich später in Kontakt kam. Wo es uns gelingt unsere Haftungen, Vorstellungen und Gewohnheiten zu durchbrechen, - von unseren Vorstellungen abzulassen - kann sich das Wunder unseres Lebens in überraschender Weise offenbaren.
 Es ist ein Durchbruch in der Authentizität und Freiheit absichtsloser Bewegung. Irgendetwas in mir hatte solches begriffen und strebte es an.

Um die homöopathischen Medikamente genauer bestimmen zu können benutzte Dr. Alfred Teichmann, bei seiner Arbeit,  auch ein Pendel. Manchmal lud  er uns in Gruppen zu sich ein, und in einer der Gruppenzusammenkunft erzählte er, wie er zu einer Gläubigen – sie gehörte wohl zu den Zeugen Jehowas - sagte: “Na das gefällt Ihnen ja wohl sicherlich nicht so recht, dass ich das Pendel zur Hilfe nehme, anstatt dem Herren einfach zu vertrauen. Das Empfinden Sie doch sicherlich als eine Form von Magie?“ Worauf sie aber antwortete, dass sie es bei ihm  total in Ordnung fände, denn er würde sich ja nicht nur am Pendeln orientieren, sondern das Pendel wäre für ihn ja nur ein Hilfsmittel, innerhalb der Ganzheit seines Verstehens.

Vieles in dieser Gruppe war seltsam, einiges vergaß ich, anderes blieb mir besonders in Erinnerung. Eine Geschichte blieb mir besonders im Gedächtnis.  In dieser Geschichte erzählte er von einem Erlebnis, in dem er mit Hilfe des Pendels zu einer Adresse in Wilhelmsburg geführt wurde. Dort, in Wilhelmsburg angekommen, traf er dann allerdings eigenartiger Weise niemanden an.
 Aus den hinteren Reihen stand eine Frau auf und fragte: „Ach, ist das die Geschichte von -T.“  Diese Episode blieb mir im Gedächtnis. Und als ich dann -später - zu Subud kam, wurde es mir schnell klar, die Geschichte hatte sich auf mich (auf Subud) bezogen.
Es betraf meinen kontakt mit Subud. 
 Bei den Übenden in der Subudgemeinschaft musste ich immerzu erleben, dass kein Interesse bestand, ihre eigene  Adresse zur Übung “des Latihan Kejiwaan” orten.  Sie verhielten sich wie artige Kinder eines unfehlbaren Vaters. (einem ominösen Allmächtigen)

Und seit ich nun in Subud bin, arbeitet es in mir, gleicht einem - Zen Koan. Ich arbeite an der Auflösung dieses Koan`s, wodurch sich mein Verständnis zum LatihanKejiwaan kontinuierlich bewegt, ziemlich widersprüchlich und niemals endgültig ist.

So verstehe ich, dass die Übung des LatihanKejiwaan sich nicht in ein heliozentrisches Weltverständnis übersetzen lässt, sondern wie keine andere Meditations-Praxis, letztlich zu einem quantenphysikalischen Prozess gehört, der sich selbst -  nicht vom Verstand erfassen lässt -. mistiriös bleibt -

So verstehe ich die Übung mehr und mehr als ein Bindeglied zwischen einer heliozentrischen Weltsicht, und dem sich uns in unserer Zeit  gerade eröffnenden quantenphysikalischen Weltverständnis, woraus sich ergibt, dass es sehr unterschiedlich verstanden werden kann.
 So wurde mir bei meiner Begegnung mit der Subud Bruderschaft von Anfang an klar: Bei den Subudmitgliedern  ist eine außerordentliche Aufmerksamkeit und Präsenz im Umgang miteinander spürbar, jedoch, um zur Wirklichkeit des Latihan Kejiwaan zu gelangen geht es meines Erachtens auch darum: gewisse Begrenzungen im Welt-Verständnis zu durchbrechen.
 Ein Empfangen ohne Wagnis verstehe ich als  Illusion, Gewohnheiten lösen sich nicht von selbst auf, bedürfen der Hilfe eines klärenden Bewusstseins, was unserer zeitlichen Verkörperung einen Sinn gibt.


Ein heliozentrische Weltsicht, welche sich gefühlsmäßig auf die Hingabe auf einen Allmächtigen bezieht, passt nicht so recht zu einem - neuen - quantenphysikalischen Weltverständnis.
Bei der Überarbeitung diese Textes wird mir der Unterschied in meinem Verhältnis zum Latihan noch mal klarer. Der Unterschied zu allen anderen Übungen, die mir bekannt sind, finde ich, gibt es keine die so zentral und so klar zum Fokus hat, dass es um die Authentizität meiner eigenen Bewegung, um Klarheit und Absichtslosikeit des Bewusstseins  geht.

Jede Vorstellung, auch die sich jeder Vorstellung in seiner Hingabe zu enthalten,  kann nur als  Form  zeitlicher Absicht bestehen.
Nur im Wagnis, mit einem Durchbruch unserer Konditionierungen können wir uns aus der eigenen Bindung, aus der  Begrenzung des des zeitlichen Daseins, befreien.

Jede Begegnung - in einem göttlich gegebenen heliozentrisch begrenzten Weltverständnis -, kann immer nur als neue Qualität, aus einem Vergehen  begrenzter Zeitlichkeit, hervorgehen.

Somit gehört auch die einfache Hingabe zum göttlichen formlosen, Gottesdasein, letztlich zu einer heliozentrisch, zeitlich begrenzten Weltsicht. (zur zeitlichen Sterblichkeit)

Letztlich geht es um die reine Freude und Freiheit, sein zeitliches Spiegelbild zu durchbrechen, um die Bewegung, mit der wir uns aus eigener Absicht  befreien.
 Es geht also nicht darum, sich einer göttlich gegebenen Vollkommenheit zu nähern, sondern vielmehr darum,  selbst Freiheit  näher zu kommen, aus der das Wunder des Daseins unbegrenzt hervorgeht..     

 In so einem quantenphysikalischen Weltverständnis fokussieren wir dagegen unsere Aufmerksamkeit im Latihan auf die Perspektive und Ursprünglichkeit des Bewusstseins.
 
Wir begreifen, nur im durchkreuzen unserer zur zeitlichen Selbsterhaltung angelegten Gewohnheiten durchbrechen wir die zeitliche - heliozentrische - Begrenzung.
Die Bewegung des Latihans wird zur Übung einer Befreiung, indem aktiv, Gewohnheiten aufgelöst werden.
So verstehe ich das erforderliches  Bewusstsein zum Latihan. Wir werden zu Zeugen unserer eigenen Bewegung, indem das “Ich”  die Gewohnheiten - -von instinktiver Selbsterhaltung - aktiv durchbricht, sich seiner Bewegung bewusst zu werden


Das ist wohl jenes, wodurch mir das LatihanKejiwaan in Subud Raum oftmals so absurd und widersprüchlich erscheint; es in der Subud Gemeinschaft als ein Empfangen verstanden wird - und nicht geklärt ist -, dass wir als Mensch, zu all unserem Handeln und Wirken, auch zu einem begleitenden, aktiv klärenden Bewusstsein, gefordert sind.
Eine vom Meschen erlebte und empfangene Vision die Existenz in unserem Dasein bereichern kann, eventuell auch auf andere übertragen werden kann,  unser Dasein aber ein Prozess ist, der sich letztlich aber immerzu nur aus der Qualität eines eigenen Bewusstseins erweitern kann.
Die Existenz eines götlichen Daseins nur so lange existiert, wie ein Bewusstsein lebendig bleibt.

Wir  uns als Menschen,  von der Magie und  der Vorstellung eines imaginären Anfanges (einer unabänderlichen Vergangenheit) einer außerhalb von un selbst bestehenden göttlichen Vollkommenheit,  befreien können. 
Verstehen wir die Begegnung mit dem Latihan aus einem heliozentrischen zeitlich linearen  Verständnis noch als ein Empfangen, so offenbart es sich aus einem quantenphysikalischen, raumzeitlichen Weltverständnis heraus, ziemlich anders.
In einem ursprünglichen Anfang und endlosen Prozess des Lebens, sind wir an der Begegnung mit dem
Latihan Kejiwaan,  immerzu, untrennbar, - an jeder Bewegung  - aktiv -, auch selbst beteiligt. In uns selbst lebt die Freiheit, als Geschenk des  Lebens, erwächst aus der Perspektive eines erweiterten  Bewusstseins, sich im Geheimnis des Lebens  neu zu begegnen.
 
Selbst wenn wir uns mit unserem eigenen Tun, in der Vorstellung von einem Hingeben beteiligen, so ist auch das eine aktive Beteiligung,  aus einer von uns selbst eingenommenen Perspektive (Begrenzung)  unseres eigenen Bewusstseins.
Wir selbst sind die Akteure,  die sich in der Illusion eines heliozentrisch zeitlichen (biologischen) Weltbildes begegnenn.

Das LatihanKejiwaan hat natürliche Gegner. Diese Gegner sind unsere Gewohnheiten, das Denken,  mit dem wir versuchen uns nach unseren Vorstellungen, in der Zeit zu organisieren, immerzu versuchen,  innerhalb unserer Vorstellungen vollkommener zu werden.
 Jenes sind die Gegenkräfte, die uns behindern mit der zeitlosen Freiheit des LatihanKejiwaanin in Kontakt zu gehen. Das sind die Kräfte, die uns zur Sterblichkeit zwingen. Das sind die Gegenkräfte, die einem Durchbruch zur Ursprünglichkeit der Übung im Wege stehen.
Wo wir der Freiheit begegnen, erblicken wir uns im Tanz und der Wirklichkeit unserer eigenen Bewegung.

Nun sollte ich noch einmal beschreiben, in welcher Form sich mein direkter Kontakt mit Subud ereignete.
Meine Beziehung zu Marlies entwickelte sich nicht so recht weiter. Als ich ihr dann vorschlug wir sollten uns beizeiten trennen, kam uns stattdessen die Idee zu einer Reise.  Wir machten uns auf nach Indien. In Nordindien, in Amritsar, trafen wir Wolfgang. Er reiste allein und wir kamen ins  Gespräch. Wolfgang erinnerte mich an einen Freund aus Hamburg. Dieser Wolfgang, den wir in Indien trafen, hatte sein Studium als Mediziner gerade hinter sich und war auf dem Weg zu einer Palmblatt Bibliothek, von der er von Freunden gehört hatte. Diese Adresse war damals bei informierten Reisenden ein Geheimtipp. Dort gab es für Jene, die in einem der Palmen-Blätter dieser Bibliothek gefunden wurden, dass sie ganz wesentliche Informationen über ihre weitere Zukunft erfahren konnten.

Wir fuhren mit ihm dort hin, und Marlies wurde in der Bibliothek gefunden. Auf dem Palmen Blatt von Marlies war auch Wolfgang verzeichnet. Er sollte, nachdem er ein  spezielles Mantra absolviert hatte, dort noch einmal nachfragen.
Ich stellte keine Fragen. Seltsam war allerdings, dass mich die Leute dort total an Menschen erinnerten, für die ich in Hamburg als Fotograf schon mal gearbeitet hatte und als ich wieder in Hamburg war, hatten diese Meschen maßgebliche Funktionen, an der Sicherung meines Unterhaltes, so dass ich an den Dingen, die mich besonders interessierten, weiter forschen konnte.

Später verliebte sich Marlies - auf einen Urlaub in Spanien - in Roberto, einen Argentinier, dieser kam mit Ihr nach Hamburg. Als er dann aber wieder zurück nach Ibiza reiste, erinnerte sie sich in ihrer Trennung s -Not an die Aufzeichnungen aus Indien,  die sie sich in Indien, in der Palmblatt Bibliothek gemacht hatte. Ich erinnere mich noch lebendig, wie Marlies völlig aufgelöst zu mir kam, große Pupillen und völlig offen. Alles Vorausgesagte stimmte mit ihrer Situation überein.
Als Roberto dann doch wieder nach Hamburg kam,  und wir uns das erste Mal begegneten, erinnerte er sich, als er mich sah, spontan an Subud, suchte  im Telefonbuch die Adresse von Subud, und wollte dass wir mit ihm nach Wilhelmsburg, ins Subudhaus fahren.

Die Situation im Subudhaus sprach mich sofort an, und ich lies mich dort, nach einer üblichen Vorbereitungszeit, 1976 für das LatihanKewiaan öffnen. Roberto war schon in Argentinien geöffnet worden, kam aber nur selten mit nach Wilhelmsburg. (es war für ihn nicht Stimmig) Unter Anderem unterrichtete er auch Tai Chi, und was er mir zeigte das nahm ich als außerordentlich kraftvoll wahr, habe es aber nicht weiter studiert, allerdings meine Freude am freien Tanz wurde lebendiger.

1980 etwa kam ich dann auch in Kontakt mit den Übungen und Gruppen-Angeboten von Bhagwan  (später, Osho) und nahm  oftmals an den Gruppen der Sannyasins teil. „Anand Rajen“ sagte dann einmal zu mir; „Hee, Du nimmst hier immer wieder mal an den Gruppen Teil, aber Du nimmst kein Sannyas.“  “Na gut” Als ich dann Sannyasin wurde erhielt ich von Bhagwan den Namen „DhyanAsango“, den ich ganz treffend fand. Allerdings; Das Latihan  - aber - war immer meine zentrale Übung, gleichwohl schien mir die Begegnung mit den Sannyassins hilfreich.

In einer dieser Sannyas -Gruppen ging es um das Latihan, und ich erlebte es mit den Sannyasins sehr intensiv und auch anders als in Wilhelmsburg. Die Teilnehmer in dieser Gruppe waren im Schnitt etwas älter als in den anderen Gruppen,  und längst nicht alle waren Sannyasins in dieser Gruppe..

Der Leiterin dieser Gruppe erschienen unsere ersten Versuche ziemlich komisch und bezeichnete  diese anfänglichen  Bewegungen,  als Bewegungen aus niederen Instinkten.
Irgendwie schämte ich mich für Sie, für den Umgang  mit den anfänglich von uns gewagten Bewegungen. Wir wagten  Bewegungen in uns, über die wir im Grunde doch noch gar nichts wirklich wissen konnten.  Diese Bewegungen als niedere Instinkte zu bewerten beschämten mich für Sie.

Was in der Gruppe dann aber wirklich geschah, dass  hatte kaum noch etwas mit ihrer Gruppenleitung zu tun. Eigenartiger Weise fand sie die richtige Musik dann allerdings mit traumwandlerischer Genauigkeit.
 Die Scham die sie anfänglich, zumindest in mir mit ihrer bewertenden Einweisung, zu unseren anfänglichen Übungsversuchen auslöste entwickelte sich in der Gruppe zu einer gegenseitigen, wunderbaren Akzeptanz, zu einer gegenseitigen liebevollen Bejahung, und es begann eine wunderbare Liebe den Raum zu füllen, ein Meer von Tränen und Hingabe zum Mysteriums unserer Existenz eröffnete sich uns.

Meine Wahrnehmungen zum LatihanKejiwaan waren in der Subud-Gemeinschaft von sehr viel anderer Natur, viel isolierter, eher ruhig und ohne Musik.

Oftmals nahm ich mich in meinen Bewegungen, als von irgendwo her, gesteuert wahr. Ich konnte dann den Bewegungen meines Körpers zuschauen. So etwas erschien mir aber eher als etwas Begrenzendes und ziemlich langweilig und unvollständig. Es fehlte mir die eigene Beteiligung im Ganzen, eine Begegnung mit dem Unbekannten.
 Ich nahm solche inneren Bewegungen eher so wahr, als würde ich damit das Risiko, die Ursprünglichkeit, das Lebendige,  die wirkliche und lebendige Begegnung mit dem LathanKejiwaans, mein eigenes Dasein, im Ganzen, vermeiden. 
(dazu fällt mir eine islamische Weisheit ein;” Es gibt keinen Gott außer Gott”)

Wie  ich das jetzt so schreibe, fällt mir dazu eine Geschichte ein, die ich mal in einem Bus erlebte:
Eine Frau fing, kaum dass sie saß, an zu stricken. Ich konnte sehen wie jenes Stricken offenbar ein freudiges fließen in ihr auslöste.Wurde ihr dies Gefühl bewusst, wie sie sich dieser inneren Lust hingab, hielt sie inne, machte eine kleine Pause,  und schon begann sie von neuen.

Diese Beobachtung wird mir klarer, wenn ich verstehe, dass die Zeit, in der wir leben, etwas ist was - in der Zeit - unaufhörlich fließt, wir damit manchmal in Kontakt kommen können.

Ähnliches von der Magie des Strickens habe ich auch bei Gesprächen bei Subud Zusammenkünften erlebt. In so einer Zusammenkunft sitzen oftmals 1 oder 2 Frauen dabei die stricken. Sie sitzen so ganz entspannt irgendwo im Kreis dabei und stricken, sind offen, zu dem was sie so hören und stricken dabei.

 Natürlicherweise beginnt im Laufe der Gespräche, sich in der Gruppe eine Spannung (Energiefeld) zu einer neuen Idee und Form aufzubauen. Diese Energie wird  immer wieder  in eine harmonische Strickmusterbewegung  aufgelöst, immerzu wieder von den Strickerinnen ins Nirwana eines Strickmusters verwandelt.
Es bleibt beim Empfangen einer imaginären belanglosen Harmonie.
Nix passiert, alles bleibt beim Harmonisches-Wohlfühl-Strickmuster. (keine Geburt geschieht, nur Harmonie)

Natürlich habe ich in Subud auch Außerordentliches erlebt. Wo es sich so etwas ereignete,- wie die Ursprünglichkeit der Bewegung-,
 Jede Gewohnheit löste sich auf,  dass Wunder der Freiheit  eröffnete sich mir. Dort bewegte ich mich in der Spontanität und der Direktheit einer eigenen chaotischen Bewegung, und es ereignete sich dabei ein beglückenden Gefühl von Freiheit und eine außerordentliche Liebe zu allem  - ereignete sich -..
Da ist nichts
außer der Freiheit des eigenen Seins. So ein Erlebnis wird meiner Wahrnehmung nach gefördert oder behindert, durch die Art eines gewohnten Bewusstseins, in der das LatihanKejiwaan in der Gruppe praktiziert wird.

Begegne ich mir in jener Freiheit, dann ist alles was ich sehe, ein wunderbares einzigartiges Wunder des Lebens. Zu Allem, was ich  erblicke, empfinde ich Liebe.

Es ist keine Wahrheit wie sie  überall existiert. Ich begegne mir  in der Freiheit reiner Bewegung.
Es ist kein Empfangen. Es ist die Begegnung mit der Freiheit und dem Ganzen des Lebens.
Ich begegne dem wunderbaren Unbekannten, der Lebendigkeit der  Freiheit.
Ich begreife, das Unbekannte ist der Pulsschlag des Lebens.
Leben ist eine Zeremonie, ein Tanz, ein Kunstwerk und Befreiung des Bewusstseins, in der Unbegrenztheit des Ganzen.
Die Unvollkommenheit, das Ewige, aus der alles Leben hervorgeht.

 

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Begegnen wir der anfanglosen Ursprünglichkeit freier Bewegung, erwacht Freiheit und Geburt.
Hier möchte ich mein
Verständnis, welches ich zum LatihanKejiwaan habe, noch einmal näher erläutern.
 

Klärung ist angebracht, zumal wir uns heute, in unserer Zeit,  in einer außerordentlichen Phase des Lebens und des Wandels unseres Daseins  befinden.
Ein Zyklus der Zeit, das heliozentrische Weltverständnis geht seinem Ende entgegen.
Ein quantenphysikalisches holographisches Weltverständnis eröffnet sich uns.
Wir beginnen in die Zeit eines anfanglosen Raumes (immerwährender Gegenwart)  zu reisen und entschlüsseln unsere biologische     D.N.A. unser zeitliches Daseins. Wir beginnen uns in der Raumzeit zu erleben.
Die materiellen, die biologischen Gegebenheiten, werden als Elemente einer eigenen zeitlichen  Gestaltung begriffen.
Wir verlassen die Vergänglichkeit unseres Zeitraumes und reisen in den Prozess eines quantenphysikalischen, räumlichen Weltverständnisses.

Wir verstehen uns nicht mehr aus einem sonnen-Zeitlich, göttlich gegebenen Anfang heraus, sondern als Bestandteil in einem ganzheitlichen Prozess, begreifen uns als ewig - aktiv - beteiligt an der Formulierung des zeitlichen Daseins.
In einem freien und  anfanglosen Prozess existieren wir immerzu, sind untrennbar Bestandteil  -im Ganzen-, realisieren uns selbst, aus der von uns, im Ganzen des Daseins, eingenommenen Perspektive, realisieren uns aus der  Perspektive eines formulierenden Bewusstseins.

Auch das LatihanKejiwaan ist von diesem Wandel unser Dasein aus einer quantenphysikalischen Weltsicht heraus zu begreifen, nicht ausgeschlossen.

Die Welt ist wunderbar und besteht, aus einem vorzeitlichem Raum heraus,  nur aus Bewegung. Es liegt an uns uns selbst -  in ihr - zu realisieren; aufzulösen, was uns durch  irdisch - haftende Vorstellungen - vom Wunder unserer Freiheit, uns von unserer Begegnung mit der sich ständig - im jetzt -  gebärenden Gegenwart,  trennt.

Stimmen wir mit unserer eigenen Bewegung (Bewusstseinsperspektive) überein, erleben wir einen Durchbruch zu uns selbst. Dieses geht nicht ohne biologisches Risiko.
Zeitliche Gewohnheiten  wollen uns an diesem Durchbruch hindern.

Die Haftung an Gewohnheiten und Vorstellungen zu durchbrechen ist erforderlich, wollen wir der Freiheit und der Geburt (der Zeitlosigkeit) des LatihanKejiwaan begegnen.
Jenes LatihanKejiwaan wird nicht empfangen, sondern ist letztlich eine aktive Begegnung, mit dem Unbekannten in uns selbst.
Wo wir uns - unvoreingenommen - der RaumZeit öffnen, begegnen wir den Anfängen unseres Daseins.


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